Kirchengemeinderat
"Kirchengemeinderat und Pfarrer leiten gemeinsam die Gemeinde"
(§ 16 der Kirchengemeindeordnung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg)
Der am 11. November 2007 neu gewählte Kirchengemeinderat in der Evangelischen Nikolai-Kirchengemeinde Heilbronn hat seine Tätigkeit nach der Verpflichtung im Gottesdienst am Sonntag, 13. Januar 2008 aufgenommen.
Die Mitglieder des Gremiums sind für 6 Jahre gewählt.
Ihr Amt niedergelegt haben: Brigitte Erb, Gabriele Kumm und Annemarie Hinderer.
Die Sitzungen sind öffentlich.
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![]() Ulrich Koring geschäftsführender Pfarrer |
Aus der Arbeit vergangener Jahre
Beim gemeinsamen Wochenende in Augsburg Ende Oktober 2007 haben die Mitglieder des Kirchengemeinderats zusammengetragen, was die vergangenen 6 Jahre gemeinsamer Arbeit in der Nikolaigemeinde gekennzeichnet und geprägt hat. Es waren keine leichten Jahre für die Gemeinde - vieles musste verkraftet werden. Es gab aber auch viel Positives, was Anlass zu Hoffnung und Freude bietet.
Am Beginn der gemeinsamen Arbeit stand die Erarbeitung und Formulierung von Gemeindezielen, die die Arbeit in der gesamten Amtsperiode geprägt haben.
Der schlimmste Einschnitt in der Gemeindegeschichte war ohne Zweifel der Verlust des Nikolaigemeindehauses in der Dammstraße Ende 2005 - des Hauses, das unter großen Anstrengungen und Opfern vieler Gemeindeglieder in der Zeit nach dem 2.Weltkrieg entstand, das mit dem großen Saal einen nicht zu ersetzenden Ort für Veranstaltungen enthielt, am Rand der Innenstadt gelegen und vielen ans Herz gewachsen. Der von der finanziellen Situation erzwungene Beschluss, das Haus abzugeben, war mit Sicherheit die schwierigste und schmerzlichste Entscheidung, die der Kirchengemeinderat treffen musste, und sie ist bei Vielen noch nicht verschmerzt. Auch der damit verbundene Abschied von der langjährigen Hausmeisterin Elvira Carone, der unnachahmlichen "Seele" des Hauses, schmerzt noch immer.
Dem vorausgegangen war bereits die Verlegung des Pfarrhauses mit dem Pfarrbüro aus der Gartenstraße in die Wilhelm-Busch-Straße im Jahr 2001, die ebenfalls eine Verlagerung heraus aus der Innenstadt bedeutete (auch die Unterhaltung dieses Hauses hätte die finanziellen Möglichkeiten bei Weitem überstiegen).
Der Nikolai-Kindergarten ist jedoch nach wie vor Gemeindekindergarten der Nikolaigemeinde, und die gelungene Neugestaltung der Außenflächen im Sommer 2004, bei der viele Eltern mit großartigem Engagement mit Hand anlegten, war ein Highlight für die Gemeinde.
Viele personelle Wechsel prägten die vergangenen 6 Jahre. Die 40jährige Dienstzeit von Kantor Fritz Otto Vogelmann endete mit seiner Pensionierung; Chorleiter Hans-Jörg Eberle und (nach 2 1/2 Jahren, in denen die Stelle nicht besetzt war) Organistin Gabriele Buyer haben seine Nachfolge angetreten. Im Pfarrbüro wurde Frau Linsner abgelöst von Frau Hohendorf, die während ihrer Elternzeit von Frau Hauth vertreten wurde; inzwischen ist sie wieder zurückgekehrt. Auf der Mesnerstelle löste Herr Hämmerlein Frau Göbbel ab; nach seinem Wechsel auf eine Vollzeitstelle übernahm Frau Schenker das Mesneramt.
Die gravierendsten Auswirkungen für die Gemeinde hat jedoch der Wechsel auf der Pfarrstelle Nikolai-West. Pfarrer Holger Stähle wechselte nach 5 Jahren in der Nikolaigemeinde im Jahr 2004 auf die Jugendpfarrstelle. Sein Weggang bedeutete die Reduzierung des Stellenumfangs von 100 auf 50%. Pfarrerin Elke Ischinger, die seine Nachfolge antrat, hat nach nur 2 1/2 Jahren vor kurzem zur Südgemeinde gewechselt. Dies bedeutet für die Nikolaigemeinde die um 4 Jahre vorverlegte völlige Streichung der Pfarrstelle Nikolai-West, die eigentlich erst 2011 angestanden hätte. Dieser Einschnitt ist gewaltig. Die dadurch erforderliche völlige Neuordnung der Gemeindearbeit wird die Aufgabe des neuen Pfarrers der Nikolaigemeinde sein, zusammen mit dem neu zu wählenden Kirchengemeinderat, denn Pfarrer Günter Spengler geht zum 1.3.2008 in den vorzeitigen Ruhestand.
Das positive Arbeitsklima im Kirchengemeinderat, das trotz gelegentlicher Meinungsunterschiede immer vertrauensvoll und freundschaftlich blieb, hat dazu beigetragen, dass die Mitglieder ein erfreuliches Durchhaltevermögen auch in den schwierigen Phasen bewiesen. Dies wirkte sich an vielen Stellen in der praktischen Arbeit aus.
In der Gemeinde gab es in den 6 Jahren viel Positives - eine Reihe gelungener Punkte, die Anlass zu Zufriedenheit und Dankbarkeit geben können:
Veranstaltungen wie das 650-jährige Kirchenjubiläum 2001, der Lebendige Adventskalender, das Kirchweihfest und die Gemeindefreizeit 2007 und Veranstaltungen in der Nikolaikirche mit unterschiedlichen externen Partnern wie z.B. Ausstellungen, Konzerte oder dem Theater Radelrutsch; auch die regelmäßigen Abendgottesdienste, der neue Tanzkreis, die Homepage und der in Kooperation mit der Wartberggemeinde sehr viel attraktiver gewordene Gemeindebrief gehören dazu, ebenso die Benefizveranstaltungen zu Gunsten des Gemeindehauses. Der Umbau des Gemeindehauses Wilhelm-Busch, dessen Räume den gestiegenen Anforderungen angepasst werden müssen, wurde geplant und ist in Teilen bereits verwirklicht; weitere Schritte werden folgen.
Die Kooperation mit der Wartberg-Au-Gemeinde ist eine wichtige Stütze und Bereicherung. In mehreren gemeinsamen Tagungen haben sich die Kirchengemeinderäte beider Gemeinden dazu Gedanken gemacht, und ein wichtiges Ergebnis ist neben dem gemeinsamen Gemeindebrief die gemeinsame Jugendarbeit, die nach dem Verlust des Nikolaigemeindehauses im Wartberggemeindehaus neue Räume fand. Eine Jugendreferentin, die die Jugendarbeit gemeindeübergreifend betreut und unterstützt, wurde uns im Distrikt Wartberg durch die beim Kirchenbezirk neu geordneten Distrikte beschert. Auf diese Weise sind auch gemeindeübergreifende Kinderbibeltage, Konfi-Freizeiten u.a. möglich geworden.
Auf der anderen Seite der Bilanz gibt es jedoch auch Negatives und ungelöste Aufgaben für die kommende Zeit:
Der Schwund an Mitarbeitenden ist ein Problem, mit dem die Nikolaigemeinde nicht allein da steht. (Umso erfreulicher ist es, dass es erneut 11 Kandidatinnen und Kandidaten für den künftigen Kirchengemeinderat gibt!). Hier wirkt sich natürlich auch aus, dass die Gemeindegliederzahl weiter geschrumpft ist.
Ein Gesprächskreis und der Bastelkreis sind weggefallen.
Die Kinderkirche ist erneut stark zurückgegangen, nach mehreren Jahren, in denen sie vergleichsweise gut angenommen wurde.
Die Kooperation mit dem Wilhelm-Busch-Kindergarten muss verbessert werden.
Nach wie vor kontrovers ist auch die Frage der Gottesdienstzeit. Die Verlegung auf 11 Uhr zu Jahresbeginn 2007 muss im kommenden Jahr neu überdacht werden.
Das Verfahren der Haushalts-Umstellung in der Gesamtkirchengemeinde mit Verlagerung vieler Zuständigkeiten auf die Teilgemeinden hat dazu geführt, dass seit fast 2 Jahren eine unklare Finanzlage den Umgang mit den Finanzmitteln erschwert, weil noch immer keine genauen Zahlen über die verfügbaren Mittel vorliegen.
In welcher Form Spendenbitten an die Gemeindeglieder gerichtet werden können oder sollten, um die knappen Finanzen zu verbessern oder einzelne Projekte überhaupt finanziell schultern zu können (Beispiele aus der Vergangenheit: Jubiläum, Kerzenbaum, ...), muss ebenfalls diskutiert werden. In diesem Zusammenhang wird vorgeschlagen, eine kurze und verständliche Zusammenfassung des Gemeindehaushalts zu veröffentlichen, um die Berechtigung solcher Bitten zu belegen.
Diese Zusammenfassung mag genügen. Ich persönlich freue mich auf zukünftige neue Entwicklungen ebenso wie auf die Fortführung der bewährten Arbeit und der guten persönlichen Kontakte in der Nikolaigemeinde.
Katharina Lorbeer, Oktober 2007